No Need
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Verfasst am: 18.06.2006, 14:05 Titel: Im Seminar "Zum gelungenen RP-Post" |
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Der folgende Post wurde von GoH.Lothar im WorldofWar.de-Forum gepostet, aber ich denke er ist einfach unabdinglich um ein gutes Rollenspiel zustande zu bringen.
Im Seminar "Zum gelungenen RP-Post"
"Hallo, Schreiberling! Willkommen in der Schule "Zum gelungenen Rp-Post". wenn Du Dir diese Lehrstunde sorgfältig durchliest, wirst Du schon bald in der Lage sein, gute Beiträge zu den RP-Posts in diesem Forum zu liefern. Und sei Dir nicht zu sicher, ob Deiner Künste! Niemand ist Perfekt und ein kurzer Überblick schadet sicher nicht. Doch wohlan! Beginnen wir."
1. Das Schriftbild
Ein kontrovers diskutierter Punkt. Viele behaupten, die Ideen und der Vorstellungsreichtum, welcher in einem Beitrag ersichtlich wird, entschädigt für Rechtschreibfehler und macht diese gar vollkommen nebensächlich. Diese Behauptung ist nicht falsch. Aber sie ist auch nicht richtig. Denn die Art und Weise, wie Texte geschrieben sind, beeinflussen immer auch den Lesenden, weil sie ihm den Inhalt des Beitrages entweder leichter erschließbar machen, oder sich ihm erschwerend in den Weg stellen. Ein Text, den man leicht lesen kann und der gut ins Auge geht (Wortspiel hihi), wird unterbewust immer vorgezogen. Er ist bequemer, einfacher zu lesen, von der Optik her "runder". Es könnte ausserdem sein, dass Lesende durch die besondere Schludrigkeit eines Textes verärgert werden, weil sie ein Mindestmaß an Sorgfalt voraussetzen. Und nicht zuletzt ist dieser Punkt auch in den wow.de-Regeln vermerkt.
Deshalb empfielt es sich, beim Schreiben eines RP-Postings immer, immer, immer sorgfältig zu sein und sich Zeit zu nehmen. Ein gewisser Standart ist immer möglich, wenn man sich Mühe gibt. Konsequentes Gross-/Kleinschreiben ist hier ebenso ein Punkt, wie ständige Fehler aus Unachtsamkeit oder deshalb, weil der Autor sich für seinen Text einfach keine Zeit nimmt. RP-Posts sind etwas völlig anderes, als normale Posts. Das muss jedem Autor klar sein. Leichtfertig dahingefledderte Textzeilen mit Fehlern an jedem Ende sind ebenso unangebracht, wie Ein-Satz-Posts (die übrigens auch gegen die Regeln verstoßen). Einfach mal ZEIT NEHMEN. Einfach mal in Ruhe schreiben. Und nicht immer nur einen Satz, sondern mehrere Sätze. Wem nichts einfällt, der lässt das Posten lieber ganz sein, bevor er einen halbherzigen Satz in den Thread schmiert.
Es sollte auch jedem bewust sein, dass es sich bei Foren-RPGs um ein Spiel mit Spielregeln handelt. Leichtfertiges spammen zerstören den Spielspass der Mitspieler.
Fazit: Gebt euch einfach Mühe beim schreiben. Wenn ihr gepostet habt und im Nachhinein noch Fehler entdeckt, seid nicht zu faul, den Text zu editieren, um die Fehler zu entfernen. Der Lesende wird es Euch tausendfach danken. Lest Euch Euren Text noch einmal durch, bevor ihr ihn postet. Besonders peinlich sind Flüchtigkeitsfehler in der Überschrift eines Threads. Beispiele gibt es leider genug.
2. Länge des Postings
Teilweise schon oben angesprochen. Ein RP-Posting ist keine Sache von einem Satz. Auch wenn schlicht und ergreifend auf eine gestellte Frage geantwortet werden soll (seitens des Charakters), rechtfertigt es keine Spam. Es gibt viele Möglichkeiten, das Post umfangreicher zu gestalten. Denkt ein bisschen über den Tellerrand hinaus. Schön - Euer Charakter möchte auf etwas antworten. Fragt euch doch einmal: Wo befindet sich mein Charakter gerade, während er antwortet? Welche Gesten vollführt er? Wie sind seine Gesichtszüge? Schlägt er vielleicht mit der Faust in die Hand oder tippt er mit dem Finger auf den Tisch? Beispiel:
Grobox bleckt die Zähne und seine Augen sprühen, als er spricht:
"Ich werde Euch beistehen, Taure! Ich werde die Schergen der Dunkelheit meinen Stahl spüren lassen, beim Barte des Schmiedegottes Xordosch!" *schlägt entschlossen mit der Faust auf den Tisch, sodass die Humpen wackeln*
Fazit: Nehmt auch die Umgebung wahr, die Gesten und das Verhalten Eures Charakters, während er spricht oder etwas tut. Es gibt so vieles zu beschreiben. Ein Bildhauer hat einmal gesagt, als er über seine Arbeit Auskunft geben sollte: "Wenn ich einen unbehauenen Stein vor mir habe, sehe ich keinen rechteckigen Klotz. Ich sehe eine wunderschöne Skulptur und ein paar lästige steinerne Reste, die ich noch weghämmern muss!"
3. Rücksichtnahme
Nehmt bei euren Postings auf Mitspieler Rücksicht. Versucht, euch in deren Lage zu versetzen und in die Lage ihrer Charaktere. Es ist unfair, im eigenen Posting über das Schicksal eines anderen zu bestimmten. Typisches Beispiel:
Lonar (Charakter eines anderen Spielers) wird von einem Wolf gebissen und tödlich verwundet
oder in einer Situation der Auseinandersetzung:
Chonar (eigener Char) reagiert auf den herablassenden Blick, indem er seine Axt zieht und Nuran (Char eines anderen Spielers) niederstreckt.
Generell gilt: Sensibel an eine Situation herangehen. Versuchen, sich in die Atmosphäre einzudenken. Und auch mitspielen, wenn ein Spieler versucht, eine ganz bestimmte Richtung anzugeben (solange er dies fair tut). Wenn also jemand einen Spielmann auftreten lässt, möchte er vielleicht andeuten, dass jetzt ein paar fröhliche Szenen des Kneipenlebens geschildert werden könnten. Was er sicherlich nicht möchte, ist Gemetzel. Hier sind wir auch gleich beim nächsten Punkt: Rollenspiel bedeutet nicht immer nur Krieg, Kämpfe und Auseinandersetzungen mit Waffen. Rollenspiel kann auch ein einfacher Dialog zwischen zwei Chars sein, oder die Beschreibung der Atmosphäre/ von Gegenständen.
Fazit: Rücksichtnahme ist das A und O in einem Foren-RPG. Sensibilität und Einfühlungsvermögen gehören zu den Haupttugenden eines guten Rollenspielers.
4. Fragestellungen, die helfen
Es gibt für ein RP-Post und besonders für die glaubwürdige Darstellung des Charakters in einem RPG einen Satz von Fragen, die eine Erleichterung darstellen. Diese lauten:
a) Wo bin ich?
Der Ort beeinflusst natürlich in hohem Maße die Handlung eines Chars. Verhält sich ein Charakter untypisch für den Ort, an dem er sich befindet, wirkt er unglaubwürdig. Beispiele:
schlechtes Beispiel:
Lonar versucht, den steilen Bergpfad hinunterzukraxeln. Zur Linken und zur Rechten gähnt ein Abgrund, soweit das Auge blickt. Plötzlich taucht ein Greif hinter einem der Hügel auf und greift ihn an. Lonar rollt sich gekonnt zur Seite, zieht seinen Zweihänder und wirbelt herum...
gutes Beispiel:
Lonar versucht, den steilen Bergpfad hinunterzukraxeln. Zur Linken und Rechten gähnt ein Abgrund, soweit das Auge reicht. Plötzlich taucht ein Greif hinter einem der Hügel auf und greift ihn an. Lonar flucht. Auf diesem steilen Pfad kann er kaum ausweichen. Der Greif hat den Zeitpunkt gut gewählt! Hastig blickt der Recke sich um... und hat Glück! Nur einen Schritt entfernt befindet sich ein kleiner Felsvorsprung, auf dem er stehen kann. Er schließt die Augen, murmelt ein Stoßgebet und stößt sich mit einem gewaltigen Satz ab....
b) Wer bin ich?
Es ist von großer Wichtigkeit, sich vor einem Post und vor einer Handlungsbeschreibung des Charakters vor Augen zu führen, welchem Volk er angehört und welchen Beruf er gewählt hat. Warum? Liegt auf der Hand! Hier greift das klassische System von Vor- und Nachteilen, Stärken und Schwächen. Was bei den einzelnen Völkern noch recht deutlich heraussticht (Tauren unbeweglich und stark, Nachtelfen flink und gewandt), wird bei den Unterschieden der einzelnen Berufsklassen schwieriger - und wird gern ausser Acht gelassen. Ein Beispiel:
Jorak, menschlicher Krieger, ist in einer Höhle unterwegs. Plötzlich findet er auf dem Boden eine sonderbare Schriftrolle. Der Spieler von Jorak entscheidet, dass sein Krieger diese Schriftrolle (es stehen alte Runen darauf) nicht nur problemlos entziffern kann, sondern sie auch gleich noch anzuwenden versteht (weil er ein paar Jahre bei einem Magus gelernt hat, und Magie wirken kann). Als er kurze Zeit später auf einen komplizierten Mechanismus trifft, der eine Tür blockiert, scheint Jorak mit einem Male vom Schriftgelehrten und Magiekundigen zum gewitzten Schlosser zu werden, denn der Spieler entscheidet, dass sein Char sofort einen Dietrich hervorzieht und die Tür knackt (weil er vor soundsoviel Jahren bei einem Dieb.....blabla...). Die Krone wird dem Ganzen aufgesetzt, als Jorak zu guter Letzt mit seinem heiligen Schwert drei Erzdämonen besiegt, ein paar Fähren liest und noch einen Feuerball wirft (er hat vor soundsoviel Jahren....).
Das Beispiel ist etwas überzeichnet. Aber ich denke, es wird klar, was gemeint ist. Ein Char kann nicht alles und das ist gut so. Wenn jeder alles könnte, bräuchte man kein Rollenspiel und die klassische Heldengruppe wäre unnütz. Gerade die ist es aber, die Spass macht. Aufgaben durch Teamwork in der Gruppe zu lösen - durch das Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten und Attribute - das macht den Reiz aus. Im Spiel ist es später auch so. Allerdings zwingend. Hier, im RP-Forum, hat jeder die Macht, seinen Charakter zu einem gottähnlichen Alleskönner zu machen. Es gilt, im Interesse des Foren-Spiels darauf zu verzichten und die Macht, die man besitzt, weise einzusetzen.
c) Mit wem habe ich es zu tun?
Auch ein wichtiger Punkt. Des öffteren erlebt der geneigte Leser, wie Charaktere in einem Foren-RPG mit Leichtigkeit und ohne nähere Beschreibung hier einen Ork köpfen und da einen Drachen aufschlitzen... just like that. So weit darf es natürlich nie kommen. Man sollte sich deshalb immer vor Augen halten, mit wem man es zu tun hat. Ein Ork? Ok! Aber auch Orks sind nicht dumm. Orks sind starke Kämpfer mit übermenschlichen Kräften. Man kann ihnen nicht einfach mal eben den Kopf abschlagen und sie links liegen lassen. Das gleiche gilt für andere Gegner, wie zum Beispiel Trolle. Nur weil bei Warcraft 3 ein Held der 9. Stufe mit zwei Schlägen einen Troll plättet, heißt das noch lange nicht, dass es hier auch so einfach passiert. Und mal im Ernst: Es ist doch langweilig!
Ist es nicht viel spannender, den Kampf genau zu beschreiben? Wenn der eigene Charakter schon ein guter Kämpfer ist, dann könnte man doch zumindest seine ausgefeilten Manöver mit Schwert oder Kriegshammer beschreiben. Finte, Rolle Seitwärts, Schlag, Parade, Zack, Zack... damit es so richtig mitreißt!
Gönnt dem Erzmagus (selbst im Angesicht des großen Könnens eurer Charaktere) einen stilvollen Abgang und einen spannenden fight. Das hat er verdient!
Hier endet vorläufig das Seminar. Herzlichen Glückwunsch, Schreiberling! Nun, da Du dieses Lehrstunge hinter Dich gebracht und gut aufgepasst hast, kannst Du Deine eigenen, gelungen RP-Posts schreiben - und jeder wird Spass daran haben, sie zu lesen.
Es verbleibt mir nur zu sagen: Auf die Feder, fertig, loooooooos!
*Lehrschrift aus Hammerfall*
Quelle Autor:dakilahu _________________ Eve Online: No Need
World of Warcraft: Deedlit
Server: Eredar
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